Lexikon mit Begriffen rund um den Maßregelvollzug

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Datenschutz

Im Maßregelvollzug gelten die allgemeinen Rechtsvorschriften für den Datenschutz. Der Arzt kann allerdings im Einzelfall befugt sein, die ihm anvertrauten Patientendaten zu offenbaren, zum Beispiel bei strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn selbst. Die ärztliche Schweigepflicht ist eine der ältesten Ausprägungen des Datenschutzes.


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Delikte

Patienten, die im Maßregelvollzug untergebracht sind, haben überwiegend Straftaten gegen Leib und Leben begangen, also versuchten und vollendeten Totschlag, Mord und Körperverletzungen. Weitere Delikte, die zur Unterbringung führen, sind Sexualstraftaten, Raub und Brandstiftungen. Konkrete Verteilung der Delikte am 31. Dezember 2011 der in Baden-Württemberg im Maßregelvollzug Untergebrachten:

  • Versuchtes bzw. vollendetes Tötungsdelikt: 19%
  • Körperverletzung: 27%
  • Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz: 13%
  • Raub, Erpressung, Bedrohung: 14%
  • Sexualdelikt: 11%
  • Brandstiftung: 8%
  • Sonstige: 8%

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Depotneuroleptika

Depotneuroleptika werden häufig in der Langzeitbehandlung von Menschen eingesetzt, die an einer Psychose erkrankt sind und nur über eine geringe Einnahmezuverlässigkeit verfügen. In Form einer Depotspritze kann ihnen im 14-tägigen bis monatlichen Abstand ein Neuroleptikum verabreicht werden. Der Vorteil liegt zum einen darin, dass die Einnahme der Medikamente zuverlässig verläuft. Zum andern kann so die insgesamt verabreichte Menge eines Neuroleptikums oft herabgesetzt werden.


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Depression

Depression ist eine psychische Erkrankung mit deutlich gedrückter, pessimistischer Stimmung, Antriebsminderung und eventuell mit Selbsttötungs-Tendenzen. Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Internationalen Studien zufolge leiden in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen etwa 10 bis 15 Prozent aller Erwachsenen zumindest gelegentlich an einer Depression. Etwa ein Viertel davon entwickelt ein schweres Krankheitsbild. Unter den Diagnosen der Patienten im Maßregelvollzug nehmen Depressionen dagegen nur eine untergeordnete Rolle ein.


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Diagnosen

Unter den Patienten im Maßregelvollzug herrschen diagnostisch vor: Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Abhängigkeitserkrankungen. Die Verteilung bei den Patienten, die am 31. Dezember 2011 in Baden-Württemberg nach § 63 StGB (Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus) und § 64 StGB (Unterbringung in einer Entziehungsanstalt) untergebracht waren: