Lexikon mit Begriffen rund um den Maßregelvollzug

Lexikonsuche
A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|alle

Alle anzeigen / Alle verbergen

fold faq

Klassifikationssysteme

Klassifikationssysteme psychischer Störungen definieren genaue Krankheitsmerkmale (Symptome), die vorhanden sein müssen, damit eine Diagnose gestellt werden kann. Die international gebräuchlichsten Klassifikationssysteme sind die ICD (International Classification of Diseases, Injuries and Causes of Death) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) der American Psychiatric Association (APA). Für die psychiatrische Versorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt offiziell die ICD-10, die zehnte Neuauflage der ICD.


fold faq

Krankhafte seelische Störung

Es handelt sich um eine Kategorie der juristischen Eingangsmerkmale. Derartige Störungen sind zum Beispiel hirnorganische Störungen, Schizophrenie oder eine Intelligenzminderung mit bekannter Ursache, (zum Beispiel als Folge einer Hirnhautentzündung). Aufgrund einer solchen Erkrankung kann die Schuldfähigkeit eines Täters erheblich vermindert oder ausgeschlossen sein. ( §§ 20/21 StGB)


fold faq

Krisenintervention

§ 67 h StGB wurde 2007 im Rahmen der Reform der Führungsaufsicht in das Strafgesetzbuch eingefügt. Er betrifft bedingt entlassene Patienten aus dem Maßregelvollzug (§§ 63, 64 StGB). Bei akuter Verschlechterung des Zustandes bzw. drohender Rückfallgefahr kann die Unterbringung befristet wieder in Vollzug gesetzt werden, wobei die Höchstdauer der Maßnahme sechs Monate beträgt.


fold faq

KURS (= Konzeption zum Umgang mit besonders rückfallgefährdeten Sexualstraftätern)

Seit April 2010 gilt zum besseren Schutz der Allgemeinheit diese Verwaltungsvorschrift in Baden-Württemberg. Sie regelt die enge Zusammenarbeit zwischen Justiz, Maßregelvollzug, Bewährungshilfe und Polizei. Entlassene Sexualstraftäter werden hinsichtlich ihres Rückfallrisikos eingestuft. Auf dieser Grundlage können polizeiliche Maßnahmen festgelegt werden, etwa Überprüfung der Wohnsitznahme, Gefährder- und Gefährdetenansprache bis hin zu Observationen.