Fragen & Antworten

Was passiert nach dem Maßregelvollzug?

Psychisch kranke und suchtkranke Menschen, die eine rechtswidrige Tat begangen haben, werden nicht selten mehrere Jahre in einer Maßregelvollzugsklinik behandelt.

Wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist und Aussicht auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft und ein straffreies Leben besteht, werden die Patientinnen und Patienten unter Auflagen entlassen. Wohnung, Beschäftigung und / oder die Integration in familiäre Strukturen haben sie vorher zusammen mit dem Behandlungsteam organisiert.

Ab dem Entlassungstag stehen die Patientinnen und Patienten unter der Führungsaufsicht. Das bedeutet, sie stehen unter der Kontrolle und Weisungsbefugnis eines Gerichts. Den entlassenen Patientinnen und Patienten stellt das Gericht einen Bewährungshelfer oder eine Bewährungshelferin zur Seite. Zusätzlich werden in der Regel individuelle Weisungen und Auflagen angeordnet, wie zum Beispiel ein regelmäßiger Kontakt zu einem niedergelassenen Psychiater oder
einer Psychiaterin oder zu einer forensischen Ambulanz (Nachsorge). Die forensische Nachsorge wird von den Maßregelvollzugskliniken durchgeführt.

Aufgabe der forensischen Nachsorge ist, die innerhalb des Maßregelvollzuges erreichten Behandlungs erfolge zu sichern und zu erhalten. Die forensischen Ambulanzen werden zurzeit ausgebaut.

Mitarbeiter der nachsorgenden Einrichtungen suchen die Patienten zu Hause auf, oder die Patienten kommen in die Ambulanz. Die Nachsorgeeinrichtungen unterstützen die Patienten dabei, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Wenn sich die Patientin oder der Patient über mehrere Jahre bewährt, besteht die Möglichkeit, die Maßregel zu beenden.

Quelle: Broschüre "Therapie schafft Sicherheit", MRV in Rheinland-Pfalz