Patientengeschichten

Mein Umzug in ein neues Leben

Als ich hierher kam, war ich ein misstrauischer und gefühlskalter Typ. Geplagt von Sarkasmus und Ironie musste ich lernen, dass Hilfe und Therapie nicht gleichbedeutend mit Kopfstreicheln ist.

Anfangs wehrte ich mich, verbog mich nicht und rebellierte, doch je mehr ich von mir erzählte und je mehr Emotionen ich zuließ, je besser lernte ich mich kennen und umso ausgeprägter wurde mein Vertrauen zu Bezugspflegern und Therapeuten.

Nach einer Zeit mochte ich den Menschen der in dem Typen steckte, er erinnerte mich an den kleinen Bub mit Wünschen, Träumen und Idealen und ich wuchs an mir selbst und veränderte mich. Ich lernte, Beziehungen zu pflegen, Menschen wichtig zu nehmen und nicht wie Dreck zu behandeln. Integrativ zu sein und meine Emotionen zu akzeptieren.

Von M2 auf M4 und von M4 auf P und das war mein Jackpot. Auf M4 zog ich mich langsam zurück, war in mich gekehrt, nachdenklich und machte Rückschritte aufgrund verschiedener Unstimmigkeiten und es wurde beschlossen, dass ich auf P verlegt werde. Mein Bezugspfleger lag mir am Herzen, ein Jahr drehten und wendeten wir jeden Stein der mir auf der Seele lag und ich war erst nicht begeistert, nahm es dann aber als Chance neu anzufangen.

Angekommen auf P bekam ich meinen Bezugspfleger der Zugangsstation zurück, ich vertraute ihm und das gab mir ein Stück Sicherheit. Ich war nun wieder ich, konnte zusammen mit anderen Menschen am Aufbau einer neuen Station mitwirken und meine Menschlichkeit, Emotionalität und Aufgeschlossenheit leben.

Gemeinsam mit Pflegeteam und Mitpatienten sind es nun genau diese menschlichen Dinge, die die Station P so besonders für mich machen, klar Kopfgestreichel gibt es immer noch nicht, aber Menschen.