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Forensisches Expertenwissen wird nachgefragt

Wissen macht auch vor nationalen Grenzen nicht Halt: Die Expertise der Klinikleitung für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) wird immer wieder nachgefragt. Jüngst besuchten drei verschiedene Delegationen die Wieslocher Maßregelvollzugseinrichtung.

Eine davon kam aus der Schweiz. Die aus neun Teilnehmern bestehende Besuchergruppe setzte sich zusammen aus Klinikern einer psychiatrischen Privatklinik und von der Universität Bern sowie Kantonals- und Justizbeamten. Sie alle interessierte die Frage, wie der ideale Neubau einer forensischen Klinik aussehen könnte, wie das therapeutische Behandlunskonzept aufgebaut ist und wie und worüber im einzelnen Sicherheit gewährleistet wird. Hintergrund des Besuches der Berner Eidgenossen ist die Intention der Schweizer Politiker, die Unterbringung von psychisch kranken Rechtsbrechern künftig in forensisch-psychiatrischen Kliniken anzuordnen. Derzeit werden im Kanton Bern die Patienten überwiegend im Justizvollzug, also in Gefängnissen untergebracht, wo die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten allerdings deutlich eingeschränkt sind. Die Schweizer Kollegen waren von den Möglichkeiten der Behandlung schuldunfähiger psychischer kranker Patienten im deutschen Maßregelvollzug sehr angetan. Insbesondere überzeugten sie die Wieslocher Umsetzung eines modernen Maßregelvollzugs und Behandlungskonzeptes, die vielfältigen unterschiedlichen Therapieangebote und die besonders gelungenen baulichen Lösungen der Wieslocher Einrichtung.

Eine Schweizer Expertendelegation ließ sich von Chefarzt Dr. Christian Oberbauer (2.v.li.) den Wieslocher Maßregelvollzug zeigenBild: Die Schweizer Expertendelegation ließ sich von Chefarzt Dr. Christian Oberbauer (2.v.li.) den Wieslocher Maßregelvollzug zeigen

Eine zweite Besuchergruppe von Personalratsvorsitzenden aus den Baden-Württembergischen Justizvollzugsanstalten ließ sich durch die Räumlichkeiten der Wieslocher Klinik führen. Besonders interessiert waren sie an den Neubauten, den dort angebotenen Therapiemöglichkeiten und dem Sicherheitskonzept.

Im Saarland soll ein Teil der forensischen Klinik in Merzig neu gebaut werden. Ministeriumsvertreter und die Stellvertretende Ärztliche Leiterin der Merziger Klinik für Forensik, die auch im Arbeitskreis Forensik Transparent Süddeutschland engagiert ist, ließen sich ausführlich über die in Wiesloch umgesetzten Neubauten der letzten Jahre informieren. Beeindruckt waren die Gäste des PZN von der gelungenen Umsetzung eines Bereichs, der hohe bauliche Sicherheit zur Verfügung stellt, andererseits von der ansprechenden, wohnlichen Atmosphäre mit Unterbringungs- und Wohnbedingungen, die bei den untergebrachten Patienten hohe Akzeptanz finden.